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Zeitung << 2/2007 << Pass auf, Deutsch!


Pass auf, Deutsch!
Vigyázz, német! – Deutsche Jugendsprache für ungarische Deutschlerner

Autorin: Éva Várszegi

Der Titel des Buches, das beim Szegeder Grimm Verlag erschienen ist (auch der Verlagsname Berlitz steht auf dem Buchdeckel), ist schon auf den ersten Blick auffallend, da er auf einem schwarzen Buchdeckel mit weißen und roten Buchstaben geschrieben steht. Ich habe neugierig sofort die eingerahmte Warnung gelesen: „Du hältst ein Buch mit außerordentlich gefährlichem Inhalt in den Händen! Der Gebrauch der Wörter und Ausdrücke darin ist in Anwesenheit von Eltern, Verwandten und Lehrern absolut nicht empfohlen.“ Ich als Lehrerin einer Mittelschule wurde noch neugieriger darauf, was in diesem kleinen Buch mit 100 Seiten stehen könnte.
Schon bei der ersten Durchschau kann man feststellen, dass dieses Werk außer einer Einleitung in 14 Themen eingeteilt wurde: Grußformen, Liebe, Sex, Homosexualität, Sport und Spiel, Einkaufen, Mode, Körper, Kommunikation, Tratsch, Essen, Nachtleben, Vergnügung, Gesten. In diesem Buch sind keine grammatischen Übungen zu finden, so werden die Benutzer es aus diesem Grund bestimmt nicht für langweilig halten. Es enthält sogar Wörter und Ausdrücke des Slangs und Schimpfens, was es für die Jugendlichen noch interessanter macht. Es dient tatsächlich zur täglichen Kommunikation.
Im Prolog kann man lesen, wie man dieses Buch (gut oder falsch) verwenden kann. Hier sind auch verschiedene Symbole in Form eines Fiebermessers, Markierungen wie unzensiert (vulgärer oder anstößiger Slang), Fakten (Hintergrundinformationen) und ein Teil für Insider (Tipps für Profis) zu finden. Ich halte die Fakten und die Tipps für echt gut, weil dort solche Informationen zu finden sind, die sehr nützlich sind, wenn man in ein deutschsprachiges Land fährt.
In den verschiedenen Kapiteln sind Wörter, Ausdrücke und gut brauchbare Sätze des Alltags zu finden. Ich muss hier aber erwähnen, dass viele davon nur ganz einfache Spiegelübersetzungen unserer Sprache sind, die jeder, der ein bisschen die deutsche Sprache beherrscht und die Vokabeln kennt, selber übersetzen könnte. Es gibt aber zahlreiche Ausdrücke, die ein Ausländer, der noch nie in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz war, wahrscheinlich nicht kennt, weil die Lehrbücher sie nicht enthalten. Mir hat besonders das Kapitel (Tele)Kommunikation gefallen. Die Seiten von E-Mail und SMS-Abkürzungen halte ich in unserer Welt für sehr nützlich, da fast jeder schon einen Rechner, Internet und ein Handy besitzt. Wer würde zum Beispiel denken, dass die Abkürzung KO25MISPÄ „Komme 25 Minuten Später“ oder DAD „Denk an Dich“ bedeuten würde? Ich finde aber auch die Themen Essen und Gesten mit Bildern sehr gut brauchbar und interessant. Ich habe dieses Buch auch in die Schule mitgebracht, um es mit Schülern der zwölften Klasse zu testen. Meine Schüler haben dieses Buch echt cool und geil gefunden, sie haben sich besonders für die vulgären Wörter und Ausdrücke interessiert. Sie haben einige gleich bemerkt. Wie faszinierend!

Iker Bertalan (Hrsg.): Vigyázz, német! Szeged: Grimm 2007. 100 Seiten.