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Zeitung << 1/2008 << Goodbye, Deutschland


Goodbye, Deutschland
Deutsche Auswanderer

Autorin: Krisztina Darinka Komáromi

Goodbye Deutschland ist eine Doku-Serie auf einem deutschen Fernsehkanal. In den jeweils 120 Minuten werden Familien gezeigt, die auf die Idee gekommen sind, in ein fremdes Land auszuwandern oder schon im Zielland leben. Jede Sendung beschäftigt sich mit drei Familien von den Anfängen bis zur Gegenwart. In fast allen Fällen ist klar zu sehen: „Aller Anfang ist schwer!“

Die Familien erzählen auch darüber, warum sie diese Entscheidung getroffen haben, was sie von ihrem neuen Leben erwarten, wovor sie sich fürchten, welche Kriterien für ihr ruhiges Leben noch erfüllt werden sollen und mit welchen Schwierigkeiten sie noch rechnen. Die Serie konzentriert sich auf die schwierigsten Momente, nämlich auf den schmerzlichen Abschied, die hoffnungsvolle Ankunft und die Entdeckung des Neuen.
Die Familie Schwarz wanderte beispielsweise nach Südafrika aus. „Es lief einfach wirtschaftlich nicht mehr so gut in Deutschland und wir wollten mal was Neues ausprobieren“. Sie sind aus wirtschaftlichen Gründen ausgewandert, ihr sorgloses Leben war zu Hause nicht mehr gesichert. Das Land, das ihnen auf Anhieb sehr gefallen hat, haben sie während eines Urlaubs kennen gelernt. Außerdem wollten sie das kalte Land hinter sich lassen, um unter einem wärmeren Klima zu leben.
Es mag unglaublich klingen: Jedes Jahr wandern so viele Deutsche aus, wie Potsdam Einwohner hat. Dies trägt wesentlich dazu bei, dass Deutschlands Bevölkerung schrumpft. Laut Statistiken zählte das Land im Jahre 2005 82,44 Millionen Einwohner, ein Jahr später ist die Zahl auf 82,31 Millionen gesunken. Dazu gehört auch noch das steigende Geburtendefizit. Merkwürdig, aber eine Studie hat gezeigt: die Zahl der Auswanderer aus Westdeutschland beträgt 143.000. Den Auswanderern aus den alten Bundesländern (inklusive Berlin) stehen 12.000 Auswanderer aus Ostdeutschland gegenüber. Nach einer Studie verliert dadurch das Land bis 2050 rund zehn Millionen Einwohner. Wir können es uns so vorstellen, als wenn die ganze Bevölkerung Ungarns verschwinden würde. Ich habe anhand dieser Daten eine Tabelle erstellt, wo ich die Bevölkerungszahl Deutschlands mit den ungarischen Daten vergleiche. Die Unterschiede sind merkwürdig.
Warum lassen so viele Deutsche ihre Heimat hinter sich? Die Mehrheit ist nicht mit den hohen Abgaben und Nebenkosten zufrieden. Vom Leben im Ausland versprechen sie sich bessere Chancen auf der beruflichen und der persönlichen Ebene. Ein größeres Haus, ein schnellerer Wagen und ein längerer Urlaub stehen auf der Wunschliste.
Was die andere Seite betrifft, könnte man erwähnen, dass die sozialen Verhältnisse, das Gesundheitswesen, der öffentliche Verkehr und die Gastronomie im Vordergrund stehen. Ist es wirklich eine gute Idee, das teuere, aber gut gesicherte Leben zu verlassen? Das ist durchaus eine schwere Entscheidung, deshalb haben schon viele gesagt: „Aller Anfang ist schwer!“